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Die Zeit nach dem Mauerbau und die Studentenbewegung
Durch den Bau der Berliner Mauer ab dem 13.8.1961 steht etwa ein
Viertel der Immatrikulierten vor der Entscheidung, im Westen zu bleiben
oder das Studium an der FU aufzugeben. Die überwiegende Mehrheit der
Ost-Studenten entscheidet sich für den Verbleib in West-Berlin.
Im Wintersemester 1961/62 beträgt ihr Anteil 22% der Studierenden.
Bis 1969 steigt die
Studentenzahl an der
FU auf 14 787 an.
Seit Mitte der sechziger Jahre entwickelt sich an der FU eine studentische Protestbewegung. Zunächst geht es dabei um mehr Mitbestimmung in den universitären Gremien, zunehmend aber auch um den Vietnamkrieg, das Verhältnis von Industriestaaten und Ländern der Dritten Welt sowie die von der Großen Koalition in Bonn geplante Notstandsgesetzgebung. Am 2. Juni 1967 wird der FU-Student Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien durch einen Kriminalbeamten erschossen. Die studentische Protestbewegung erfasst 1968 nahezu alle Universitäten der Bundesrepublik. Als ihr Sprecher wird einer breiten Öffentlichkeit der FU-Student Rudi Dutschke (SDS) bekannt. Ein am 11.4.1968 auf ihn verübter Mordanschlag führt zu Unruhen in vielen Universitätsstädten. Im Sommer 1969 wird mit dem neuen Berliner Universitätsgesetz die Ordinarienuniversität durch die Gruppenuniversität ersetzt. Die Fakultäten werden durch Fachbereiche ersetzt, an die Stelle des Rektors tritt ein auf sieben Jahre gewählter Präsident. In den Selbstverwaltungsgremien der FU sind fortan neben den Professoren auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die sonstigen Mitarbeiter und die Studentenschaft paritätisch vertreten. |

Gründung des "Studienkollegs" für ausländische StudierendeDas Studienkolleg hat die Aufgabe, ausländische Studienbewerber, deren Heimatzeugnisse nicht unmittelbar zur Aufnahme eines Studiums berechtigen, auf die Prüfung zur Feststellung der Hochschuleignung vorzubereiten und die Prüfung durchzuführen. Das Studienkolleg der FU bietet einen einjährigen Vorbereitungskurs mit Schulcharakter für ausländische Bewerber ohne eine in Deutschland anerkannte Hochschulreife. Je nach angestrebtem Fachstudium wird ein bestimmter Schwerpunktkurs besucht, der mit der Prüfung zur Feststellung der Hochschuleignung (Feststellungsprüfung) endet. Wer diese Feststellungsprüfung bestanden hat, verfügt nicht nur über eine fachgebundene Hochschulreife, sondern auch über Deutschkenntnisse im Umfang der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang ausländischer Studienbewerber (DSH). Homepage des Studienkollegs: http://www.fu-berlin.de/studienbewerber/studienkolleg/ |
5.6.1961Einweihung des neuen Gebäudes des Osteuropa-Instituts (OEI) in der Garystraße 55Entworfen wurde das Gebäude in der von dem Berliner Architekten Werner Klenke. Homepage des Osteuropa-Instituts: http://www.oei.fu-berlin.de/ | ![]() |
13.8.1961Beginn des Mauerbaus in BerlinDer Mauerbau schneidet mehrere tausend FU-Studenten, die aus Ost-Berlin und der DDR stammen, von ihrer Ausbildungsstätte ab. Hunderte von FU-Studenten beteiligen sich in der Folgezeit an Fluchthilfeaktionen, die zunächst vom Ausschuss für Gesamtdeutsche Studentenfragen und Mitgliedern des Studentenwerkes organisiert werden. Bis zum Januar 1962 verhelfen FU-Studenten mehr als achthundert Personen zur Flucht aus der DDR. Zunächst werden Kommilitonen aus Ost-Berlin, die ihr Studium an der FU fortsetzen wollen, mit Hilfe von Schweizer und Luxemburger Pässen in den Westen geholt, bevor im Herbst 1961 die "Tunnelaktionen" beginnen. Gegen FU- und TU-Studenten, deren Fluchthilfe durch Informanten des DDR-Staatssicherheitsdienstes verraten wird, verhängt die SED-Justiz hohe Zuchthausstrafen. So verurteilt das Oberste Gericht der DDR am 4. Juli 1962 drei West-Berliner Studenten zu 28 Jahren Haft. |
21.8.1961Erklärung des 1. Vorsitzenden des AStA zum Mauerbau in BerlinNachdem am 13.8.1961 die Regierung der DDR die westlichen Sektoren Berlins vom sowjetischen Sektor und dem Umland abgeriegelt hat, veröffentlicht der 1. Vorsitzende des AStA der FU, Peter Mudra, am 21.8. eine Erklärung, die u.a. an alle AStA-Vorsitzenden der Bundesrepublik gerichtet ist.
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8.10.1961Denkschrift des SDS über die "Hochschule in der Demokratie"Der FU-Hochschularbeitskreis des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) legt der Delegiertenkonferenz in Frankfurt die Denkschrift "Hochschule in der Demokratie" vor, die eine grundlegende Hochschulreform und die Überwindung der Ordinarien-Universität fordert. Eine Überlegung der Denkschrift ist die Einführung eines von der sozialen Lage unabhängigen, einheitlichen Studienhonorars. |
15.10.1961Der gewählte neue Rektor der FU, der Rechtswissenschaftler Ernst Heinitz, tritt sein Amt an.Nach seiner Wiederwahl im Sommer 1962 amtiert Heinitz bis zum Sommersemester 1963. Heinitz werden zahlreiche Ehrungen zuteil. 1965 wird ihm der Rang eines "Grande Ufficiale al merito della Repubblica Italiana" verliehen. 1972 wird er mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 1992 erhält er die "Ernst-Reuter-Plakette", mit der der Berliner Senat in- und ausländische Persönlichkeiten für kommunale Verdienste oder für Verdienste in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik oder Kunst auszeichnet. Weitere FU-Angehörige, denen diese Plakette verliehen wird, sind der Politologe Richard Löwenthal (1978) und der Theologe Helmut Gollwitzer (1989). Zum Tod von Ernst Heinitz: http://www.fu-berlin.de/fun/1998/6-98/l3.htm | ![]() |

Januar 1962FU-Rektor Heinitz verhandelt mit der DDR über die Beendigung der Fluchthilfeaktionen.Der Innenminister der DDR, Karl Maron, beschwert sich beim AStA der FU darüber, dass "Studenten der Freien Universität dazu verführt werden, Bürger der Deutschen Demokratischen Republik nach Westberlin zu verschleppen." Im Mai 1962 trifft FU-Rektor Ernst Heinitz mit dem DDR-Staatssekretär für Hoch- und Fachschulfragen Wilhelm Girnus und dem DDR-Rechtsanwalt Friedrich Karl Kaul zu Geheimverhandlungen zusammen. Heinitz sagt zu, sich für eine Beendigung der Fluchthilfeaktionen von FU-Studenten einzusetzen, wenn im Gegenzug 85 in der DDR inhaftierte studentische Fluchthelfer auf freien Fuß gesetzt werden. |
7.5.1962Einweihung des neuen Gebäudes für das Otto-Suhr-Institut in der Ihnestraße 21Der Entwurf für das Gebäude stammt von Werner Klenke. Den größten Anteil an der Finanzierung übernimmt das amerikanische State Department. Homepage des Otto-Suhr-Instituts: http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/ | ![]() |
19.5.1962Akademische Feierstunde aus Anlass des 200. Geburtstags von Johann Gottlieb Fichte, dem ersten Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität zu BerlinDer Rektor der FU, Ernst Heinitz, spricht zum Thema "Forschung und Lehre". Wilhelm Weischedel hält den Festvortrag zum Thema "Der Zwiespalt im Denken Fichtes". |
31.10.1962Presseerklärung des AStA der FU zur "Spiegel-Affäre"Der Herausgeber des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Rudolf Augstein, und mehrere seiner Redakteure sind am 26.10.1962 auf Antrag der Bundesanwaltschaft festgenommen worden. Gegen sie wird wegen eines Artikels über die Bundeswehr ("Bedingt abwehrbereit") der Vorwurf des Landesverrats erhoben. In seiner Presseerklärung kritisiert der AStA das möglicherweise grundgesetzwidrige Vorgehen der staatlichen Behörden gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin. Auf dem Steinplatz findet eine Protestkundgebung von Studenten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens statt. Für den Argument-Club an der FU spricht Margherita von Brentano. Am 9.11.1962 tritt Verteidigungsminister Franz Joseph Strauß zurück, nachdem bekannt wurde, dass er sich unter Missbrauch seines Amtes in die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft eingeschaltet hatte. |

Januar/Februar 1963Konflikt um die Wahl des 1. AStA-Vorsitzenden30.1.1963 13.-15.2.1963 |
Sommersemester 1963Beginn des Vorlesungsbetriebs im Institut für Physikalische ChemieDas Institut ist zunächst im Otto-Hahn-Bau in der Thielallee 63-67 untergebracht. (Heute befindet sich dort die Biochemie, Institut für Chemie.) Im Dezember 1972 wird der "Schnellbau" in der Fabeckstraße 32 bezogen (heute Sitz der ZEDAT). 1978 schließlich findet der Umzug in den Neubau in der Takustraße 3 statt. Homepage der Physikalischen und Theoretischen Chemie: http://www.chemie.fu-berlin.de/fb/iptc/ |
Mai 1963Einweihung des Gebäudes für die Anorganische ChemieDas Gebäude in der Fabeckstraße 34-36 wurde von den Berliner Architekten Hans Geber und Otto Risse entworfen. Die angesetzten Baukosten (19,4 Mio. DM) werden um eine halbe Million DM unterschritten. Der Neubau ist der erste der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. 1969 wird das Institut umbenannt in "Institut für Anorganische und Analytische Chemie". Gegen die Ausbaupläne der FU in Dahlem - unter anderem gegen die Ausschreibung des Ideenwettbewerbs zur Bebauung des Geländes zwischen der Habelschwerdter Allee und der Fabeckstraße (das so gennante "Obstbaugelände") - wird im November 1963 die "Notgemeinschaft der Dahlemer Hausbesitzer" gegründet. Homepage der Anorganischen und Analytischen Chemie: http://www.chemie.fu-berlin.de/fb/iaac/ | ![]() |
26.6.1963Festakt für den Präsidenten der USA, John F. Kennedy, anlässlich der Verleihung der Würde eines Ehrenbürgers der FUAm Vormittag hält Kennedy seine durch den Satz "Ich bin ein Berliner" berühmt gewordene Rede vor dem Rathaus Schöneberg. Bei der Feier an der FU am Nachmittag sind u.a. Bundeskanzler Konrad Adenauer und der Regierende Bürgermeister Willy Brandt anwesend. An der FU hält Kennedy eine programmatische, visionäre Rede, in der er für eine neue Ostpolitik der Bundesregierung und für die Wiedervereinigung Deutschlands innerhalb eines geeinten Europas plädiert. Rede von John F. Kennedy an der FU: http://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/media/jfKennedy1.pdf Liste der Ehrenbürger der FU: http://www.fu-berlin.de/tour/ehrenbuerger_rektoren.html | ![]() |
29.6.1963Herbert Lüers, Professor für Allgemeine Biologie und Genetik, wird zum neuen Rektor der FU gewählt.Lüers Rektorat dauert vom Wintersemester 1963/64 bis zum Sommersemester 1965. | ![]() |
19.8.1963Die Leitung des FU-Studentendorfes fordert alle im Dorf wohnenden Fluchthelfer zum Auszug auf.Am 11.8.1963 haben Rektor und AStA der FU sowie die Leitung des FU-Studentendorfes die Fluchthilfe "auf privater Ebene" begrüßt. FU-Rektor Heinitz fordert jedoch die Fluchthelfer im Interesse der Sicherheit der gesamten Studentenschaft zum Verlassen des Studentendorfs Schlachtensee auf. Innensenator Heinrich Albertz erklärt dagegen, dass er kein Verständnis dafür habe, dass seitens der FU mit einer politischen Begründung, die dem Sinn und dem "politischen Auftrag" der FU fundamental widersprächen, Aktivitäten behindert würden, die der Senat von West-Berlin und die Bevölkerung "immer mit größtem Respekt" zur Kenntnis genommen hätten. |
27.11.1963Umbenennung des Amerika-Instituts in John-F.-Kennedy-InstitutFünf Tage nach der Ermordung John F. Kennedys wird das seit 1954 bestehende Amerika-Institut (ab 12.6.1963 interfakultatives Institut) in "John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien" umbenannt. Am 28.1.1967 wird das Institutsgebäude (das mit Hilfe der Ford Foundation umgestaltete Gebäude in der Lansstraße 7-9) eingeweiht. Schon seit 1954 bestand ein "Amerika-Institut" innerhalb des Englischen Seminars. Die Gründung des Instituts im Jahr 1963 geht auf die Initiative des Politikwissenschaftlers Ernst Fraenkel (1898-1975) zurück, der durch seine Standardwerke zur Theorie des Neopluralismus internationale Reputation erlangt hat. Homepage des John-F.-Kennedy-Instituts: http://www.jfki.fu-berlin.de/ | ![]() Das John-F.-Kennedy-Institut in der Lansstraße 7-9
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4.12.1963Rektoratsübergabe an Herbert LüersDer scheidende Rektor Heinitz gibt eine Steigerung der Zahl der Studenten von 13 000 im Jahr 1961 auf 15 000 bekannt, die Zahl der Ordinarien stieg um ein Viertel, der Etat im gleichen Zeitraum von 42 auf 69 Mio. DM. Für 1964 ist ein Etat von 80 Mio. DM geplant. Künftig sollen 25 Mio. DM für die bauliche Erweiterung zur Verfügung stehen (1961: 5 Mio. DM). |
17.12.1963Passierschein-Abkommen zwischen dem Berliner Senat und der DDRZu Weihnachten und zum Jahreswechsel dürfen West-Berliner zum ersten Mal seit dem Mauerbau ihre Verwandten in Ost-Berlin besuchen. Es werden daraufhin 1,2 Mio. Besuchsanträge gestellt. |

Am Institut für Judaistik wird 1964 der erste deutsche Lehrstuhl für Judaistik eingerichtet.Der Beschluss zur Gründung des Instituts für Judaistik erfolgt im Zuge der Berufungsverhandlungen des Religionsphilosophen Jacob Taubes (1923-1987), der dem Institut bis zum Jahr 1979 vorsteht. Homepage des Instituts für Judaistik: http://userpage.fu-berlin.de/~jewstud/ |
26.6.1964Die Philosophische Fakultät verleiht Robert F. Kennedy die Ehrendoktorwürde.
Rede von Robert Kennedy: http://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/media/jfKennedy1.pdf, S. 35. ff. | ![]() |
1.7.1964Beschluss der Juristischen Fakultät gegen LangzeitstudentenDer Zulassungsausschuss der Juristischen Fakultät an der FU nimmt mit Wirkung vom 15. Oktober 1964 die Zulassung derjenigen Studenten zurück, die über elf Fachsemester Rechtswissenschaft studieren. Damit soll der ständig anwachsenden Überfüllung entgegengewirkt werden. |

14.5.1965Zeitungsartikel von Ekkehart Krippendorff zum "Fall Kuby"Krippendorff (Assistent am Otto-Suhr-Institut) veröffentlicht im "Spandauer Volksblatt" einen Zeitungsartikel, in dem er das Redeverbot für Kuby als "Eingriff in die Freiheit dieser Stadt" bezeichnet und den Vorwurf erhebt, der Rektor der FU habe einen Vortrag von Karl Jaspers verhindert, "weil der Rektor mit dessen Anschauungen zur deutschen Frage nicht konform geht." Am 10.6.65 teilt der Rektor der FU Krippendorff in einem Brief mit, sein Arbeitsvertrag mit der FU werde nicht verlängert. |
11.-18.5.1965Vorlesungsstreik am Otto-Suhr-InstitutAn dem durch den "Fall Kuby" motivierten Vorlesungsstreik beteiligen sich fast 90% der 800 OSI-Studenten. Zu den Fällen Kuby und Krippendorff gibt es von Mai bis Juli 1965 an der FU zahlreiche Resolutionen von Studierenden und Erklärungen von Professoren. Auch die Medien in der ganzen Bundesrepublik nehmen dazu Stellung. |
8.-12.6.1965Jubiläumsfeier der Burschenschaften in BerlinDer 10. Deutsche Burschentag findet im Palais am Funkturm aus Anlass der 150. Wiederkehr des Gründungstages der ersten Burschenschaft in Jena statt. Höhepunkt des 5-tägigen Treffens ist der Festkommers in der Deutschlandhalle. Der FU-Rechtswissenschaftler Karl August Bettermann fordert die versammelten 5 000 korporierten Studenten auf: "Machen Sie einen neuen Anfang, bringen Sie uns unsere Universität wieder in Ordnung. In diesem Sinne rufe ich: Burschen heraus!'" |
26.6.1965Hans-Joachim Lieber, Professor für Philosophie und Soziologie, wird zum neuen Rektor der FU gewählt.Liebers Rektorat dauert vom Wintersemester 1965/66 bis zum Sommersemester 1967. | ![]() |
17.8.1965Der FU-AStA unterzeichnet den Aufruf "Frieden für Vietnam".Die beiden AStA-Vorsitzenden Wolfgang Lefèvre und Peter Damerow unterzeichnen einen Aufruf "Frieden für Vietnam", in dem die Vereinigten Staaten aufgefordert werden, sich aus Vietnam zurückzuziehen. Verantwortlich für den Aufruf zeichnet ein Komitee, dem Kontakte zur "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands" (SED) nachgesagt werden. Die beiden AStA-Vorsitzenden werden am 18.8. vom Landesverband des "Rings Christlich-Demokratischer Studenten" (RCDS) zum Rücktritt aufgefordert. Am 26.10. verweigert der Konvent dem AStA das Vertrauen. |
Dezember 1965Die erste Ausgabe der "Informationen der Universitätsverwaltung" erscheint.Die "Informationen", herausgegeben vom Rektor, redigiert von der "Pressestelle des Rektorats", erscheinen zunächst im Abstand von zwei bis vier Wochen, später halbjährlich und dienen der "schnelleren Unterrichtung einer breiten Universitätsöffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen der Freien Universität" ("Zum Geleit", Jg. 1, Nr. 1, S. 1). Ab Oktober 1968 (Jg. 4, Nr. 3) nennt sich die Zeitschrift "FU-Information", von 1971 (Jg. 7, Nr. 7) bis 1992 (Heft 8/9) "FU-Info". Von 1992 (Heft 10) bis Sommer 2004 (Heft 5-6) erscheint die "Zeitung der Freien Universität Berlin" unter dem Titel: "FU: Nachrichten" (FU:N) und wird herausgegeben von der Presse- und Informationsstelle (seit 2003: Kommunikations- und Informationsstelle) der Freien Universität. Seit Herbst 2004 erscheint acht Mal im Jahr "Freie Universität Berlin: Neues aus Wissenschaft und Forschung" als Beilage des Tagesspiegels. Homepage der Kommunikations- und Informationsstelle: http://www.fu-berlin.de/presse/ Tagesspiegel-Beilage: http://www.fu-berlin.de/presse/publikationen/tsp/ Archiv der "FU-Nachrichten": http://www.fu-berlin.de/fun/allgemein/archiv.html |
![]() 1965 Nr. 1
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![]() 1971 Nr. 24
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![]() 1986 Nr. 2
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![]() 1998 Nr. 3/4
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![]() 1998 Nr. 7
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Einweihung des Neubaus der Institute für Pharmazie I und IIDas Institut für Pharmazie wurde im Jahr 1902 als Pharmazeutisches
Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität auf dem Gelände des
Botanischen Gartens eröffnet. Nach Gründung der Freien Universität
entwarf Rainer Gerhard Rümmler den Neubau des Seitenflügels.
Als Architekt beim Senator für Bau- und Wohnungswesen gestaltete Rümmler
(1929-2004) in den Jahren 1966-1996 fast alle neueröffneten U-Bahnhöfe
in Berlin. Die Institute für Pharmazie I und II in der Königin-Luise-Straße 2 und 4 bilden ab 1970 den Fachbereich Pharmazie. 1999 fusionieren die Fachbereiche Biologie, Chemie und Pharmazie zu einem Fachbereich. Homepage des Instituts für Pharmazie: http://www.pharmazie.fu-berlin.de |
5.-7.2.1966Kritische Resonanz der Medien auf eine studentische Vietnam-Demonstration5.2.1966 7.2.1966 Im Verlaufe des Jahres, z.B. am 10.12., kommt es zu weiteren studentischen Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg und, ab Dezember, gegen die seit dem 1.12.1966 in Bonn regierende Große Koalition zwischen CDU/CSU und SPD. Rudi Dutschke ruft zur Bildung einer "Außerparlamentarischen Opposition" (APO) auf. Informationen und Materialien zur Geschichte der APO bietet das APO-Archiv der FU Berlin: http://www.fu-berlin.de/APO-archiv/ |

Erste Kooperationsverträge mit türkischen Universitäten (Ankara und Istanbul)Informationen zu den Partnerschaften der FU: http://www.fu-berlin.de/tour/partner.html |
Die USA haben bisher 98,1 Mio. DM für die FU gespendet.Bis 1967 erhält die FU eine Unterstützung von insgesamt 98,1 Mio. DM aus den Vereinigten Staaten, 79,5 Mio. DM stammen aus Mitteln des State Departments und 16,6 Mio. DM von der Ford Foundation. |
3.2.1967Einweihung des Neubaus der Institute für Kristallographie und MineralogieDas Gebäude in der Takustraße 6 wurde vom Berliner Architekten Hermann Kreidt entworfen. Es ist in Skelettbauweise aus Stahlbeton errichtet. Homepage der Physikalischen und Theoretischen Chemie am Institut für Chemie: http://www.chemie.fu-berlin.de/fb/iptc/ Homepage der Fachrichtung Geochemie, Hydrogeologie, Mineralogie am Institut für Geologische Wissenschaften: http://www.geo.fu-berlin.de/geol/fachrichtungen/geochemhydromin/ | ![]() |
1.4.1967Eröffnung des Neubaus für das Veterinärmedizinische VorklinikumDas Gebäude in der Koserstraße 20 wurde von Wassili Luckhardt unter Mitarbeit von Hans-Joachim Wandelt entworfen. Wassili Luckhardt (1889-1972) ist einer der wichtigsten Vertreter des "Neuen Bauens" im Berlin der 20er Jahre. Er entwirft später auch den Neubau für die Pflanzenphysiologie (siehe Sommer 1970). Nach einer durchgreifenden Asbestsanierung zu Beginn der 90er Jahre ziehen 1998 das Friedrich-Meinecke-Institut (FMI), das Kunsthistorische Institut (KHI) und das Zentrum für Vergleichende Geschichte Europas (seit Juli 2004: Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas) in die Büroteile des Gebäudes ein. Im hinteren Gebäudeteil verbleibt noch die Anatomie der Veterinärmedizin. Homepage des Friedrich-Meinecke-Instituts: http://www.fu-berlin.de/fmi/ Homepage des Kunsthistorischen Instituts: http://www.fu-berlin.de/kunstgeschichte/ Homepage des Berliner Kollegs für Vergleichende Geschichte Europas: http://www.fu-berlin.de/bkvge/ Homepage des Instituts für Veterinäranatomie: http://www.vetmed.fu-berlin.de/einrichtungen/institute/we01/ | ![]() |
10.6.1967Der Professor für Zahnmedizin, Ewald Harndt, wird zum neuen Rektor der FU gewählt.Am 14.6.1968 wird Harndt wiedergewählt und amtiert bis November 1969. | ![]() |
7.7.1967Der Philosoph Theodor W. Adorno hält im Auditorium maximum den Vortrag "Zur Klassizität von Goethes 'Iphigenie'".Auf Einladung des Germanischen Seminars und des Seminars für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft hält Adorno trotz Störungen durch Mitglieder und Sympathisanten der Kommune I seinen Vortrag. Adorno hatte sich geweigert, ein entlastendes Gutachten für die wegen Aufrufs zu menschengefährdender Brandstiftung angeklagten FU-Studenten und Kommunarden Rainer Langhans und Fritz Teufel zu erstellen. Text von Adornos Vortrag: siehe Bibliographie |
10.-13.7.1967Herbert Marcuse diskutiert im überfüllten Auditorium maximum mit Studenten.
Text von Marcuses Vortrag: siehe Bibliographie |
18.12.1967Wahlen zum 20. Konvent der FUAn der Konventswahl beteiligen sich 10 042 der 15 072 Wahlberechtigten, das sind 66,7%. Damit liegt die Wahlbeteiligung höher als 1966 (53,7%) und 1965 (57,4%). Die Linke Fraktion im Konvent erhält 40 von 76 Sitzen. Innerhalb der Linken ist eine Verschiebung festzustellen, der SDS erhält im 20. Konvent 16 Sitze (gegenüber 7 im 19. Konvent), der Sozialistische Hochschulbund (SHB) 4 Sitze (gegenüber 12). Die Vereinigten Arbeitsgemeinschaften an der FU (VAFU) können 26 Sitze erringen. An der gleichzeitig stattfindenden Urabstimmung über die "Kritische Universität" beteiligen sich rund 70% der Wahlberechtigten. Für die Kritische Universität sprechen sich 5 557 Studentinnen und Studenten (53%) aus, 4 473 (42,5%) dagegen und 448 stimmen ungültig. |

26.1.1968Beginn des Austauschprogramms mit der Universität LeningradZwischen der Schdanow-Universität Leningrad (heute: Staatliche Universität St. Petersburg) und der FU wird ein Vertrag über den Austausch junger Wissenschaftler geschlossen. Es ist der erste Partnerschaftsvertrag zwischen einer westdeutschen und einer sowjetischen Universität. Informationen zu den Partnerschaften der FU: http://www.fu-berlin.de/tour/partner.html |
9.5.1968Sigrid Fronius wird neue AStA-VorsitzendeDer 20. Konvent der FU wählt Sigrid Fronius (SDS) zur neuen AStA-Vorsitzenden. Damit repräsentiert erstmals in der Bundesrepublik eine Frau die Studentenvertretung einer Universität. |
15.5.1968Proteste gegen die NotstandsgesetzgebungGegen die geplante Verabschiedung der Notstandsgesetze durch die Große Koalition rufen die Studentenvertretungen der Berliner Universitäten am Tage der zweiten Lesung der Notstandsgesetze im Bundestag zu einem Streiktag auf. Anlässlich der Verabschiedung der Notstandsgesetze demonstrieren am 30.5. 40 000 Anhänger der Außerparlamentarischen Opposition in Bonn. An 25 Universitäten kommt es zu Protestkundgebungen und Institutsbesetzungen. An der FU ist das Germanische Seminar seit dem 27.5. für mehrere Tage besetzt. |
Sommer 1968Geburtsstunde der neuen FrauenbewegungIm Sommer 1968 gründet eine Gruppe von Studentinnen der FU und der Berliner Hochschule für Film und Fernsehen den "Aktionsrat zur Befreiung der Frauen". Die FU-Studentin Sigrid Rüger (1965 studentische Sprecherin im Akademischen Senat der FU) wirft am 13. September 1968 aus Protest gegen die "männliche Ignoranz" dem Frankfurter Studentenführer Hans-Jürgen Krahl während der Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) eine Tomate an den Kopf. Zuvor verliest die Berliner Filmstudentin Helke Sander eine Erklärung, in der sie dazu aufruft, die "Unterdrückung im Privatleben nicht als privat zu begreifen". Weiterhin fordert sie eine Emanzipation von der herkömmlichen Rollenverteilung innerhalb des SDS. In den Wochen nach diesem Ereignis, das als Geburtsstunde der neuen Frauenbewegung gilt, entstehen in zahlreichen Städten der Bundesrepublik unabhängige Frauengruppen. |
21.8.1968Protestveranstaltungen gegen die Niederschlagung des "Prager Frühlings"Studentenvertretungen von FU und TU protestieren im Auditorium maximum der TU gegen den Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei. An der anschließenden Demonstration nehmen über 4 000 Studierende teil. |
9.10.1968Eröffnungsfeier für das Klinikum Steglitz in der KongresshalleNeun Jahre nach der Grundsteinlegung am 21.10.1959 wird das Klinikum Steglitz eröffnet (seit 1994: Universitätsklinikum Benjamin Franklin [UKBF] und seit 2003: Campus Benjamin Franklin der Medizinischen Fakultät Charité). Die amerikanische Benjamin-Franklin-Stiftung trägt ein Fünftel der Kosten (60 von 300 Mio. DM). Leitidee der Planung (Architekt: der US-Amerikaner Arthur Davis) war das Bemühen, die vielfältigen klinischen und theoretischen Einrichtungen in einen engeren Zusammenhang zu bringen. Ökonomische Gesichtspunkte wie Rationalisierung und Mechanisierung, aber auch die vom Wissenschaftsrat geforderte Dezentralisierung des Unterrichts und die Intensivierung der praktisch-klinischen Ausbildung bis hin zu einer Neuordnung der medizinischen Lehre waren dabei maßgeblich. Homepage der Charité – Campus Benjamin Franklin: http://www.charite.de/charite/standorte/campus_benjamin_franklin_cbf/ Informationen anlässlich der 30-Jahr-Feier: http://www.fu-berlin.de/fun/1998/6-98/home.htm | ![]() Das Klinikum Steglitz aus der Luft
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4.12.1968Anlässlich des 20. Jahrestages der FU-Gründung werden keine Feierlichkeiten veranstaltet. |

Im Jahr 1969 nimmt der erste Sonderforschungsbereich (Sfb) der FU seine Tätigkeit auf.Ein Sonderforschungsbereich ist eine langfristige, auf die Dauer von bis zu 12 Jahren angelegte Forschungseinrichtung einer oder mehrerer Hochschulen, in der Wissenschaftler im Rahmen fächerübergreifender Forschungsprogramme zusammenarbeiten. Gefördert werden die Sonderforschungsbereiche von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der erste Sonderforschungsbereich, "Embryonalpharmakologie", untersucht die Wirkung von Arzneimitteln auf die vorgeburtliche Entwicklung. Er läuft 1984 aus (weitere Informationen: FU-Info 7/1984, S. 14). Sonderforschungsbereiche an der FU: http://www.fu-berlin.de/forschung/profil/sfb/ |
16.7.1969Das "Gesetz über die Universitäten des Landes Berlin" ("Universitätsgesetz") tritt in Kraft.AStA und Studentenparlament werden wegen der stärkeren Berücksichtigung der Studierenden in den Gremien abgeschafft (Wiedereinführung 1979). Professoren verlieren vorübergehend (bis 1978) die absolute Mehrheit in den Universitätsgremien. Der so genannte "Mittelbau" wird in die Mitbestimmung integriert. Die Universität wird von nun an von einem auf 7 Jahre (seit 1991 auf 4 Jahre) gewählten Präsidenten geleitet. Die bisherigen 6 Fakultäten und das Otto-Suhr-Institut werden in 24 Fachbereiche (FB) und 6 Zentralinstitute (ZI) umstrukturiert. Liste der bisherigen Fakultäten und der neuen Fachbereiche und Zentralinstitute | ![]() Karikatur: P. Butschkow
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Verantwortlich für Inhalt: chronik@fu-berlin.de - last update: 25.01.2010