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Foto: Louis Held, Quelle: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt –
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
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Walter Gropius (* 18.5.1883 in Berlin, † 5.7.1969 in Boston, USA)
Der in Berlin geborene Architekt, ein Großneffe von Martin Gropius,
studiert in München und Berlin Architektur. Er eröffnet
1910 ein eigenes Architekturbüro. In seinen ab 1911 entstehenden
Industriebauten verwirklicht er die Idee eines "Neuen Bauens" durch eine
Verbindung von künstlerischem Anspruch und industrieller
Fertigungsmethode.
1919 gründet er in Weimar das "Staatliche Bauhaus" als Schule für
Architekten, in der das funktionelle Bauen gelehrt wird. Dort entwickelt
er in den zwanziger Jahren Konzepte für den industriellen
Massenwohnbau, in deren Zentrum die Errichtung von Hochhaussiedlungen
stehen. Das Bauen soll verbilligt werden, menschenwürdiger Wohnraum
für die Arbeiterschaft entstehen und durch eine großräumige
Stadtplanung eine effektive Anbindung der Wohngebiete an die
Industriebetriebe erreicht werden. 1928 tritt Gropius als Leiter des
"Bauhauses" zurück und arbeitet als freier Architekt wieder in Berlin.
1929/1930 realisiert er seine Ideen u. a. in der Berliner Siemensstadt.
Aus Angst vor Übergriffen durch die Nationalsozialisten flüchtet
Gropius 1934 zunächst nach England und folgt 1937 einem Ruf nach
Cambridge (USA), wo er auch wieder ein eigenes Architekturbüro
eröffnet.
Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Berlin 1957 (Interbau 57)
entwirft er im Hansaviertel einen Wohnblock. 1963-1973 wird in
Berlin-Neukölln nach Gropius' Entwürfen eine Großsiedlung
errichtet, die im Berliner Volksmund bald als "Gropiusstadt" bezeichnet wird.
Dieser Name wird dann 1972 auch amtlich.
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