Wochensprüche der NSDAP
in ihren Reichs- und Gau-Ausgaben (1937-1945)

Monographie, Edition und Dokumentation

Projektleitung: Prof. Dr. Bernd Sösemann


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1. Das Forschungsvorhaben

Unter dem Titel „Wochenspruch der NSDAP“ erschien zwischen 1937 und 1944 ein etwa DinA4 großes als Schmuckblatt gestaltetes Kleinplakat, das in einem Wechselrahmen ausgehängt werden sollte. Auf jedem Blatt war ein Zitat oder Ausspruch Hitlers, anderer Größen des Nationalsozialismus' oder einer Persönlichkeit der deutschen Kulturgeschichte in graphisch ansprechender Form wiedergegeben.

Die NSDAP wollte mit den wöchentlich wechselnden Sprüchen auch jene „Volksgenossen“ mit den Zielen und dem Gedankengut des Nationalsozialismus vertraut machen, die sich entweder nicht die Mühe machen wollten, die anderen Angebote der Partei zur Schulung und Ausrichtung wahrzunehmen, oder sich diesen bewußt entzogen.

Zwischen 1937 und 1944 erschienen vermutlich weit mehr als 1.000 unterschiedliche Zitate und Aussprüche unter dem Titel „Wochenspruch der NSDAP“. Erst ab 1939 vereinheitlichte die Reichspropagandaleitung der NSDAP den gültigen Spruch für das ganze Reichsgebiet. Bis dahin lag es in der Verantwortung der Propagandaämter und –leitungen auf Gauebene einen geeigneten Spruch für jede Woche auszuwählen, seine graphische Gestaltung, den Druck und den Vertrieb zu organisieren. Nach einer kurzen Übergangsphase zogen Mitte 1939 die Reichspropagandaleitung und der Zentralverlag der Partei das Medium an sich und vereinheitlichten es für das ganze Reich.

Ziel der wissenschaftlich-kritischen Edition ist es, die bislang noch wenig erforschte Quelle aus dem bereich der NS-Bildpublizistik für historische und andere Forschungszweige zu erschließen. Darüber hinaus soll der Wochenspruch der NSDAP als Teil der kontrollierten Öffentlichkeit während des Nationalsozialismus verortet werden. Seine kommunikativen Funktionen sollen untersucht und die mit dem Medium verbundenen propagandistischen Intentionen offengelegt werden.

 

2. Der Bestand

Neben der bereits vollständig erfassten zentralen Reichsserie ab 1939 werden auch die beiden Jahre der Gauphase des Wochenspruchs möglichst umfassend dokumentiert. Aus dem überlieferten Aktenbeständen geht hervor, dass der Wochenspruch spätestens Anfang 1938 in allen Gauen des Reiches eingeführt war. In den Beständen der AKIP sind bereits mehr als 516 Ausgaben aus den folgenden Gauen dokumentiert.

  • Essen
  • Düsseldorf
  • Hamburg
  • Halle-Merseburg
  • Hessen-Nassau
  • Köln-Aachen
  • Kurhessen
  • Koblenz-Trier
  • Magdeburg-Anhalt
  • Mecklenburg
  • Mainfranken
  • Niederdonau
  • Oberdonau
  • Ost-Hannover
  • Saarpfalz
  • Sachsen
  • Schlesien
  • Schleswig-Holstein
  • Schwaben
  • Süd-Hannover/Braunschweig
  • Weser-Ems
  • Württemberg-Hohenzollern
  • Westfalen-Süd

Trotz intensiver Recherchen gibt es bislang für einige Gebiete des Reiches nur eine spärliche, zum Teil sogar noch gar keine Exemplare aus der Gauphase 1937-1938. Dazu zählen die Gaue:

  • Baden
  • Bayreuth/ Bayerische Ostmark
  • Berlin
  • Mark Brandenburg
  • Danzig-Westpreußen
  • Essen
  • Franken
  • Halle-Merseburg
  • Hessen-Nassau
  • Koblenz-Trier / Moselland
  • München-Oberbayern
  • Ostpreußen
  • Sachsen
  • Schlesien
  • Schleswig-Holstein
  • Schwaben
  • Thüringen
  • Westfalen-Nord

 

3. Abbildungen

Hier finden Sie einige Beispiele für die Wochensprüche der NSDAP. Die Dateien sind im .jpg-Format gespeichert und jeweils zirka 30kb groß.

 

4. Bibliographie

Stefania Galassi

  • Sentimento vince ragione. I Wochensprüche nazionalsocialisti. In: „Il Concertino". Milano, aprile 1996, Anno V, Nr. 16.
  • Un singolare metodo d' indottrinamento popolare. I Wochensprüche nazionalsocialisti. In „Annali della Facoltà di scienze della formazione dell' Università di Cagliari", Nuova Serie Vol. XIX - Parte II. Cagliari 1996. pp. 240-277.
  • Il 'culto della madre' nella pubblicazione propagandistica dei Wochensprüche nazionalsocialisti. Cagliari (La Tarantola), 1997.

Bernd Sösemann

  • Die Macht der allgegenwärtigen Suggestion. Die Wochensprüche der NSDAP” als Propagandamittel. In: Berliner Wissenschaftliche Gesellschaft e.V. Jahrbuch 1989. Berlin 1990, S. 227-248.
  • „Eine Erneuerung ist ohne Musik nicht möglich“. Kunst und Musik als Mittel der Propaganda in den „Wochensprüchen der NSDAP“. In: Kuckertz, Josef (Hg.)et al.: Neue Musik und Tradition. Festschrift für Rudolf Stephan zum 65. Geburtstag. Laaber 1990, S. 537-557.
  • Nationalsozialismus ist Preußentum. Die nationalsozialistischen Wochensprüche aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht. In: FAZ / Geisteswissenschaften, Nr. 176, 2. August 1989, S. N3f.