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1967

2.6.1967

Der FU-Student Benno Ohnesorg wird bei einer Demonstration erschossen.

  Schwarz-Weiß-Foto: Benno Ohnesorg am Boden
Kniend neben Benno Ohnesorg: die Germanistikstudentin Friederike (Fritzi) Dollinger,
Quelle: Stasi-Unterlagen-Archiv

 
Schwarz-Weiß-Foto: FU-Angehörige stehen Spalier vor dem HFB
FU-Angehörige stehen Spalier vor dem Henry-Ford-Bau, Foto: Hans Seiler,
Quelle: Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 (04) Nr. 0120481

 
Schwarz-Weiß-Foto: Trauerkondukt für Benno Ohnesorg
Trauerkondukt, Foto: Wolfgang Albrecht, Quelle: Universitätsarchiv der FU,
Foto/30969

 
  Am 8. Juni findet im Auditorium maximum der FU eine Trauerfeier für Benno Ohnesorg statt, des­sen Leich­nam anschließend mit einem Trauer­kondukt in seine Heimatstadt Hannover überführt wird.
 
Aus der FU-Dokumentation – Hochschule im Umbruch, Teil V: Gewalt und Gegengewalt (1967-1969), Dok 755:
"Anschließend formiert sich ein drei Kilome­ter langer Trauerzug, der den Sarg [durch Zehlen­dorf] bis zur Autobahn begleitet. Über Transistor­radios verfolgen Teil­nehmer des Trauerkondukts die Übertragung der Sitzung des Abgeordneten­hauses, in der sie u. a. mit den Nationalsozia­lis­ten verglichen werden. An der Spitze des Zuges gehen die Studen­ten­vertreter der Berliner Hoch­schulen, ihnen folgen der Rektor der FU, Prof. Dr. Hans-Joachim Lie­ber, und zahlreiche Professo­ren. Die mehr als 15 000 Studenten tragen keine Transparente. Am Zehlendorfer Kleeblatt ver­ab­schiedet Prof. Dr. Helmut Gollwitzer den Trauer­kondukt."

 
Aus der Ansprache des Professors für Evange­lische Theologie, Helmut Gollwitzer, bei der Ver­abschie­dung des Trauergeleits:
"Auch nach dieser Beerdigung sind die Ge­gen­sätze offen. Aber ein Tod ver­pflichtet zur Versöh­nung, das heißt zum Abbau aller Vor­urteile und zum sachlichen Gespräch über die Trennungen hinweg, mit dem Ziele fried­lichen Zusammenwir­kens."

 
Bei der Durchfahrt des Kondukts durch die DDR verzichtet deren Re­gierung auf die sonst übli­chen Grenzkontrollen und Transitgebühren.
 
Im Anschluss an die Beerdigung von Benno Ohnesorg findet in Han­nover ein Kongress mit über 7000 Teilnehmern zu dem Thema "Hoch­schule und Demokratie" statt. Im Rahmen der Kontroverse um die Bedeutung von Provoka­tionen bei Protesten wirft Jürgen Haber­mas der Studentenbewegung eine "voluntaristische Ideo­logie" vor, die er "linken Faschismus" nennen müsse.
 
Schwarz-Weiß-Foto: Leichenwagen mit Benno Ohnesorg
 
Schwarz-Weiß-Foto: Trauerkondukt für Benno Ohnesorg
Oberes Bild: Der Leichenwagen mit Ohnesorg passiert
den Grenzübergang Dreilinden-Drewitz.
Unteres Bild: Zur Grenze abgesandte FDJler stehen Spalier. Quelle: Stasi-Unterlagen-Archiv.

 

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