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Abstract
Keines der idealtypischen Modelle des Wohlfahrtsstaates befriedigt
als richtungsweisende Vision für die Reform des Geschlechtervertrags.
In Ländern, die dem liberalen Modell nahe kommen, gehen die
bemerkenswerten Gewinne der Frauen in der Geschlechtergleichheit
auf dem Arbeitsmarkt zunehmend zu Lasten gering verdienender Frauen
und Familien. Im konservativen Modell ist vor allem die mangelnde
Flexibilität der Beschäftigungsverhältnisse, die
hohe vertikale Segregation zuungunsten der Frauen und die geringe
Nutzung des weiblichen Humankapitals zu beklagen. Die Kosten des
sozialdemokratischen Modells sind in erster Linie in der hohen horizontalen
Segregation des Arbeitsmarktes zu suchen.
Diese ernüchternde Bilanz fordert zu einer grundsätzlicheren
Analyse der institutionellen Bedingungen gerechter und effizienter
Arbeitsmarktorganisation heraus. Der Beitrag zeigt, dass die Möglichkeiten
zur Verbesserung der Wettbewerbs-situation der Frauen auf Arbeitsmärkten
nicht ausgeschöpft werden. Häufig lassen sich die Bedingungen
eines fairen Wettbewerbes auf Arbeitsmärkten aber auch durch
eine konsequente Antidiskriminierungspolitik nicht herstellen. Aufgrund
der faktisch nach wie vor einseitigen Verteilung familiärer
Verpflichtungen erfüllen vor allem Frauen die Bedingung der
Angebotselastizität nicht. Andere Spielregeln müssen dann
institutionalisiert werden, um Anreize zur effektiven Kooperation
zu schaffen. Neben dem fairen Wettbewerb werden deshalb drei weitere
Spielregeln der Gerechtigkeit identifiziert: Solidarität, Chancengleichheit
und egalitäre Gleichheit. Für alle vier Spielregeln werden
konkrete Beispiele für eine zukunftsweisende Gleichstellungspolitik
entwickelt.
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