Sabine Berghahn

Der Ritt auf der Schnecke-
Rechtliche Gleichstellung in der Bundesrepublik Deutschland

Juni 2003

Autorin:
Sabine Berghahn

Zusammenfassung

Das 50-jährige Jubiläum des Grundgesetzes und damit des Gleichberechtigungsartikels liegt nun schon einige Jahre zu-rück. Es lohnt sich, das vergangene halbe Jahrhundert einer erstmals stabilen deutschen Demokratie als historische Epoche Revue passieren zu lassen. Der Prozess des Ausbaus egali-tärer Rechte lässt sich dabei als „normative Gleichstellung“ bezeichnen - im Gegensatz zur praktischen gesellschaftlichen Umsetzung. Gefragt wird, wie in den vergangenen Jahrzehnten Gleichberechtigung verfassungsrechtlich und einfach-gesetzlich verstanden wurde, wie sich dieses Verständnis verändert hat und welchen Niederschlag diese Entwicklung in Gesetzesre-formen und Verfassungsrechtsprechung gefunden hat. Dabei kommt auch zur Sprache, worin grundsätzliche Widersprüche oder Hindernisse für einen Ausbau von Geschlechteregalität zu sehen sind.

Nach einer kurzen Einleitung wird im ersten Kapitel die verfas-sungsrechtliche Entwicklung der Gleichberechtigung von 1949 bis heute beschrieben. Im Mittelpunkt steht die Auslegung des Gleichberechtigungsartikels (3 Abs. 2 GG) durch das Bundes-verfassungsgericht. Das zweite Kapitel behandelt demgegen- über den gesetzgeberischen Reformprozess in wichtigen
Rechts- und Lebensbereichen.

Im dritten und abschließenden Kapitel werden die festge-stellten gesetzgeberischen Reformrückstände und verfas-sungsdogmatischen Widersprüche aufgegriffen und im Hinblick auf den voraussichtlichen weiteren Verlauf der rechtlichen Gleichstellung interpretiert.

Während im Bereich „klassischer“ Gleichberechtigungsfragen (Art. 3 Abs. 2 und 3 GG) eine vergleichsweise günstige Prog-nose gestellt werden kann, deuten die Tendenzen der Ver-fassungsrechtsprechung im Bereich der anhaltenden Privile-gierung der Ehe und der gegenüber Frauen grundrechtsein-schränkenden Interpretation zur Abtreibung darauf hin, dass die Verwirklichung konsequenter rechtlicher Gleichstellung von Frauen und Männern nicht in nächster Zeit zu erwarten ist, von der faktischen Umsetzung ganz zu schweigen.

Über die Autorin
Sabine Berghahn
Dr. jur., Juristin und Politikwissenschaftlerin

Privatdozentin am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin (FB Politik- und Sozialwissenschaften).

Ausbildung und Berufstätigkeit

-  Rechtswissenschaftliche Ausbildung in München
-  Mitarbeit in diversen Projekten in München und Berlin
   sowie in Forschung und Lehre an Universitäten und
   Fachhochschulen
-  Tätigkeit als Rechtsanwältin und Journalistin


Kontakt

Sabine Berghahn
Ihnestr. 21,
14195 Berlin
Email: berghahn@zedat.fu-berlin.de

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