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Frauenprojektförderung




Margherita von Brentano-Preis

Margherita von Brentano

Zu unserer großen Freude wurde der Margherita von Brentano-Preis bereits mehrfach wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen aus dem Institut für Politische Wissenschaft zuerkannt. 1995 wurden die Studentinnen Petra Bock und Katja Koblitz stellvertretend
für das Projekttutorium "Neue Frauen zwischen den Zeiten" gewürdigt. 1997 wurde der Preis der „Interdisziplinären Frauenforschungsgruppe Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und Freie Universität Berlin“ verliehen. 1999 wurde die Initiative der Redaktionsgruppe der am OSI gegründeten und herausgegebenen Zeitschrift für Politikwissenschaft mit feministischer Schwerpunktsetzung, der femina politica, durch die Verleihung des Preises gewürdigt. Im Jahre 2001 ging der Preis an Prof. Dr. Claudia von Braunmühl, die sich in innovativer Weise um das Thema „Frauen und Entwicklung“ sowie um die Umsetzung feministischer Impulse im Wissenschaftsbetrieb verdient gemacht hat. 2003 wurde das Lebenswerk von Prof. Rott (IfS/LAI) gewürdigt und 2004 wurde Johanna Kootz für ihr Engagement zur Frauenförderung der Preis zuerkannt.

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Gender-Politik-Online

Das Portal gender-politik-online wird gestaltet von einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen, die am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin mit einem Schwerpunkt in der Geschlechterforschung arbeiten, mit dabei u.a. Prof. Dr. Brigitte Wehland-Rauschenbach (Projektleitung), Dr. Sabine Berghahn (stellvertretende Projektleitung) und Barbara Strobel.

Die Geschlechterverhältnisse sind seit geraumer Zeit zu einem anerkannten Gegenstand der Sozialwissenschaften geworden, vor allem der Politikwissenschaft und der Soziologie. Es handelt sich um ein Querschnittthema, das alle Teilgebiete des jeweiligen Faches berührt, vom geschlechtsspezifischem Wahlverhalten über ungleiche Chancen im Erwerbsleben bis zur grundlegenden Infragestellung der Prämissen "klassischer" politischer Philosophen und Gesellschaftstheoretiker. Zudem zeigt sich die unmittelbare Praxisrelevanz von Kenntnissen zur Kategorie "Gender" beispielsweise in der heute allgegenwärtigen Strategie des "Gender Mainstreaming", mit deren Hilfe das Geschlecht zum integralen Bestandteil aller politischen Entscheidungsprozesse in der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten gemacht werden soll.

Den Schwerpunkt Geschlechterforschung wollen die Wissenschaftlerinnen mit dem Portal auch im Internet präsent und allgemein zugänglich machen. Sie reagieren damit auf den Mangel an geschlechterwissenschaftlichen Lehr- und Lernmaterialien im Netz und verstehen das Projekt daher auch als Ergänzung anderer fachlicher Wissenschaftsportale, soweit dort Geschlechterthemen nicht systematisch berücksichtigt werden.


Lisa Haller präsentiert GPO auf der DVPW-Tagung in Kiel 2009
Präsentation Kiel
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Gender in Forschung und Lehre

Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in den Politik- und Sozialwissenschaften
Brigitte Wehland-Rauschenbach

Die Bedeutung der Kategorie Geschlecht für die Politikwissenschaft ist in internationalen Forschungszusammenhängen unbestritten. Auch das Otto-Suhr-Institut hat die Geschlechterforschung seit den 80er Jahren ausgebaut und damit zahlreiche Studierende an sich gezogen. Seit nunmehr 20 Jahren wird am Fachbereich Politische Wissenschaft/FB Politik- und Sozialwissenschaften ein Job-Sharing Modell praktiziert, das durch Arbeitszeitreduktion von jeweils zwei Hochschullehrern eine Teilzeit-Professur für Frauen geschaffen hat, die als Professur für „Politische Wissenschaft unter besonderer Berücksichtigung von Frauenforschung“, später „Politische Wissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterverhältnisse“ der Geschlechterforschung am Fachbereich ein besonderes Gewicht verlieh. Aufgrund des Engagements der Teilzeit-Professorinnen konnte der Fachbereich den Studierenden ein Lehrangebot unterbreiten, das in der Bundesrepublik in den Anfangsjahres dieses Projektes einmalig und wegweisend war. Das Spektrum der Lehrveranstaltungen zu Geschlechterfragen wurde nicht nur erweitert, sondern konnte auch in Prüfungen und Abschlussarbeiten Eingang finden, nachdem eine prüfungsberechtigte Hochschullehrerin zur Verfügung stand. Dies war ein wichtiger Schritt zur Institutionalisierung, denn häufig erfolgte Lehre zum Schwerpunkt Geschlechterverhältnisse aus dem Bereich des Mittelbaus, der Sonderprogramme und der Lehrbeauftragten. Nicht zu unterschätzen ist auch die Vorbildfunktion, die habilitierte Frauen im Universitätsbetrieb für Nachwuchswissenschaftlerinnen darstellen.

Bereits 1993 konnte erreicht werden, dass die DiplomPrüfungsOrdnung einen Anteil von 25% der Lehrveranstaltungen mit einem Geschlechterschwerpunkt vorsah, der inhaltlich über die verschiedenen Bereiche des Otto-Suhr-Instituts streute. In der novellierten DPO von 2003 sowie im BA-Studiengang wurde der Relevanz der Geschlechterkategorie durch die Verankerung eines 4 SWS umfassenden Wahlpflichtmoduls „Gender“ Rechnung getragen. Das für die Novellierung 2006 angedachte Querschnittsmodul wurde — auch aus Kapazitätsgründen — in die Verpflichtung zum Besuch eines Gender-Seminars transformiert, wozu in allen Modulen entsprechende Veranstaltungen angeboten werden müssen.

Auch in Abschlussarbeiten der Politik- und Sozialwissenschaften wurden immer wieder Geschlechterthemen aufgegriffen. Insgesamt hat die Geschlechterforschung dem Otto-Suhr-Institut eine Vielzahl an innovativen Impulsen in unterschiedlichen Politikfeldern und -bereichen gegeben. Auch für die Berufsfeldorientierung der Studierenden in nationalen und internationalen Organisationen und Institutionen ist die Qualifikation in Geschlechterthemen unverzichtbar geworden. Tatsächlich haben zahlreiche AbsolventInnen unseres Fachbereichs hier ein Betätigungsfeld gefunden. Als Querschnittsdisziplin war die Geschlechterforschung stets fachübergreifend angelegt und hat zur Kooperation der verschiedenen Fächer des Fachbereichs geführt. Allerdings fehlen nach dem Rückbau insbesondere auch des Mittelbaus die erforderlichen Kapazitäten zur Durchführung der Lehre im Gender-Bereich, so dass hier vielfach mit Lehrbeauftragten gearbeitet werden muss. Die Personaldecke ist auch darum sehr dünn, weil neben der Teilzeitprofessur auch andere habilitierte Lehrende, die ebenso Schwerpunkte in Geschlechterfragen haben, ihre Stelle als Teilzeitkraft ausüben. Von all diesen Frauen sind oft auch in Kooperationsprojekten internationale Tagungen, Sammelbände, die feministische Zeitschrift femina politica und das Internet-Portal gender-politik-online initiiert und durchgeführt worden. Mehrfach wurden Frauen und Projekte des Fachbereichs mit dem Margherita von Brentano-Preis gewürdigt.

Die mit Gender-Veranstaltungen verbundenen Ziele und Kompetenzen umfassen inhaltliches und methodisches Wissen:

  • Überblicks- und vertieftes Wissen über die ideengeschichtlichen Grundlagen der Geschlechterordnung und ihrer Bedeutung für Theorie, Politik, Kultur und Wissen. Überblick- und vertieftes Wissen über genderrelevante Ansätze und Diskurse
  • Theoretische und empirische Kenntnisse zum Verhältnis (Wechselwirkung), der Ausdifferenzierung (Geschlechterregime) und dem Wandel von Geschlechterordnung und Staat, Politik, Recht, Ökonomie, Gesellschaft und Wissenschaft im politischen System der Bundesrepublik Deutschland und im internationalen Vergleich
  • Kenntnisse zur Bedeutung der Geschlechterkategorie in den europäischen und internationalen politischen, ökonomischen und kulturellen Beziehungen (Hegemonialbeziehungen und Gleichstellungspolitik der EU, Gender Mainstreaming, Migration, Frauenhandel, Friedensforschung, internationale Arbeitsteilung, Ungleichheitsentwicklung)
  • Kenntnisse zur Analyse und zum Verständnis der Wechselwirkungen der Zusammenhänge von wohlfahrtsstaatlichen Regimen und Geschlechterordnungen und zwischen unterschiedlichen Formen sozialer Ungleichheit und kultureller Verschiedenheit (z.B. Gender, Race, Class) und den damit verknüpften Herausforderungen an politische Steuerung
  • Kenntnisse zur Bedeutung von Geschlecht in den Prozessen der Transformation von Arbeit, Institutionen und Organisationen, Wissenspolitiken und kulturellen Praktiken im nationalen und internationalen Kontext und aus einer vergleichenden Perspektive (Gender Mainstreaming, Gender Budgets, Gender and Diversity)
  • Aneignung von Kenntnissen und Erfahrungen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlechterfragen in verschiedenen Berufsfeldern (u.a. Parteien, Gewerkschaften, NGOs, Internationale Organisationen, Medien)
  • Verständnis für die sozio-politische, kulturelle und ökonomische Bedeutung der Geschlechterkategorie für die Genesis und Funktion des Politischen und der politischen Theorie
  • Fähigkeit zur Berücksichtigung des Geschlechterverhältnisses in seiner Bedeutung für die Politik und die Politikwissenschaft in allen politischen und politikwissenschaftlichen Problemfeldern
  • Exemplarisches Lernen durch eigene inhaltliche Schwerpunktsetzung in den verschiedenen Bereichen der Politikwissenschaft und an zentralen Problemen und Mechanismen politischen Handelns und des globalen Wandels
  • Fähigkeit zur Analyse der geschlechtlichen Arbeitsteilungen und damit verbundener Ungleichheiten und Machtasymmetrien, von kulturellen Diskursen und ihrer politischen und medialen Repräsentationen
  • Fähigkeit zur Erfassung und Analyse von Konflikt- und Problemlagen auf dem Hintergrund von Geschlechterfragen
  • Genderkompetenz und -sensibilisierung in Gruppen, interkulturelles Lernen
  • Kritischer Zugang zu Wissenstraditionen und -kategorien
  • Problemformulierungskompetenz
  • Aneignung von Methodenkompetenz in quantitativen wie qualitativen, auch hermeneutischen und diskursanalytischen Verfahren, komparative Methodenkompetenz.
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Letzte Aktualisierung: 11.12.2009, © Die Frauenbeauftragte des FB Politik- und Sozialwissenschaften - Impressum
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