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2010

27.10.2010

Der Otto-Hahn-Bau der Freien Universität wird in Hahn-Meitner-Bau umbenannt.


 
Foto und © Bernd Wannenmacher
  Die Physikerin Lise Meitner wurde 1878 in Wien geboren. 1907 kam sie nach Berlin, um bei Max Planck ihre Forschung zur Radioaktivität fortzuset­zen. Hier begann auch die Zusammenarbeit mit Otto Hahn. Von 1912 an war Meitner – zunächst noch ohne ein festes Anstellungsverhältnis – Max Plancks Mitarbeiterin am neu gegründeten Institut für Chemie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem. Ab 1918 leitete sie dort die physikalisch-radioaktive Abteilung, von 1928 bis 1933 war sie auch Professorin der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität.
 
1938 emigrierte Lise Meitner über Holland nach Schweden, da sie nach dem An­schluss Öster­reichs an Deutschland im März 1938 als Jüdin in besonderer Weise gefährdet war. Für die Ent­deckung der Kernspaltung erhielt Otto Hahn 1944 den Nobelpreis für Chemie. Lise Meitner, die als erste die Bedeutung des Experiments erkannt hatte, blieb die öffentliche Anerkennung trotz ihres entschei­denden wissen­schaftlichen Beitrags lange versagt. Die Freie Universität verlieh ihr 1956 in einem akademischen Festakt die Ehrendoktor­würde.
 

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