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1983

Mehrere Einrichtungen der FU beziehen den "Standort Lankwitz".


  Computer-3D-Bild: Luftansicht des Standorts Lankwitz
© Björn Clausen / http://www.3d-berlin.de
 
  Zwischen 1913 und 1915 entsteht auf dem Gelände des heutigen Campus Lankwitz eine moderne Kaserne für den damaligen Garnisonsort Berlin-Lankwitz. Die Kaserne dient der Rekrutenausbildung und den Ersatz­truppen als Unterkunft. Da die Aus­bildungs- und Kraftfahrtruppen keinen Offensivcharakter besitzen, darf die Kaserne nach dem Versailler Vertrag von der Reichswehr weitergeführt wer­den. In den dreißiger Jahren ist sie Ausbildungsstätte und Standort eines Flakregiments. Ein großer Teil des Lankwitzer Kasernengebäudes wird 1943 durch Luftangriffe schwer be­schädigt.
 
  Auf einen Antrag der Konferenz der Berliner Lehrerschaft entsteht 1946 mit Billigung der Alliierten Kommandantur auf dem Kasernengelände eine Hochschule für Berufs- und Fachschullehrer. Von 1960 bis 1964 werden nach Plänen Bruno Grimmeks die Gebäude für die Pädagogischen Hochschule Lankwitz errichtet. Grimmek ist zu dieser Zeit mit seinen Entwürfen für öffen­tliche Bauten einer der bekanntesten Nachkriegs- und Wiederaufbauarchitekten West-Berlins.
 
Nach der Auflösung der Pädagogischen Hochschule im Jahr 1980 geht der Gebäudekomplex in den Besitz der Freien Univer­sität über. Durch bauliche Veränderungen in den 1990er Jahren – unter anderem durch die Absenkung des Bodens – entsteht ein Sockelgeschoss mit großen Fenstern für die im Keller befindlichen Seminarräume. Von 1992 bis 1998 ist das Zentralinsti­tut für sozialwissenschaftliche Forschung und 1982 bis 2008 das Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft auf dem Campus vertreten. Seit 2008 ist der Fachbereich Geowissenschaften der Hauptnutzer auf dem Lankwitzer Campus, 2012 verlagert auch das Universitätsarchiv seine Bestände und Sammlungen dorthin.
 
Lageplan Lankwitzer Campus Heutige Gebäude und ihre ehemalige Nutzung:
- Haus A: Stabshaus mit Wache
- Haus B und D: Mannschaftshäuser
- Haus C: Wirtschaftsgebäude mit Kameradschaftsheim
- Haus E: Waffenmeisterei
- Haus F: Garagen
- Haus S: Familienhaus
- Haus T: Exerzierhaus
 
Quellen und Links:
- Schilling, Martina (Hg.): Freie Universität Berlin – Ein Architekturführer zu den Hochschulbauten, Salenstein 2011
- Arbeitskreis Historisches Lankwitz: 50 Jahre Hochschulort Lankwitz – vom Kasernenkomplex zur Wissenschaft 1949-1999, Eigenverlag (Druckerei Paulick), Berlin, 1999
- Vorwort des ehemaligen Bezirksbürgermeisters Herbert Weber / Geschichte zum Stalingradopfer der Lankwitzer Flak und dem Ehrendenkmal der Flaksoldaten
 

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